Neue Energieplanung tritt in Kraft

Die revidierte Energieplanung der Stadt Dietikon wurde von der Baudirektion des Kantons Zürich genehmigt. Die wichtigste Neuerung: Das KVA-Fernwärmegebiet wird ausgebaut, um die Ökologisierung der Energieversorgung voranzutreiben. Eine aktuelle Energiebilanz bestätigt, dass die langfristigen Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft mit der neuen Energieplanung mehrheitlich erreicht werden können.

 

Der kommunale Energieplan zeigt auf, in welchem Stadtteil welche Energieträger und -netze vorhanden respektive sinnvoll sind. Die Energieplanung aus dem Jahre 2003 wurde in mehreren Schritten überarbeitet und orientiert sich an den langfristigen Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft. Nachdem der Stadtrat Ende August die aktualisierte Energieplanung beschlossen hat, wurde sie am 6. Oktober auch von der Baudirektion des Kantons Zürich genehmigt. Sie ist für Stadtrat, Verwaltung und die städtischen Energieversorger sowie bei Sondernutzungsplanungen verbindlich einzuhalten. Ökologisch gleichwertige Lösungen sind jeweils zulässig. Für Grundeigentümerinnen und -eigentümer, welche nicht von einer Sondernutzungsplanung betroffen sind, gilt der Grundsatz der freien Wahl unter den am Standort verfügbaren Energieträgern.

 

Ausbau der Fernwärmeversorgung

Die revidierte Energieplanung sieht vor, das KVA-Fernwärmegebiet im Stadtgebiet mit mindestens 80% Abwärme aus der Kehrichverbrennungsanlage zu vergrössern. Die acht Trägergemeinden der Limeco haben bereits im Jahr 2015 dem Ausbau des vorhandenen Fernwärmegebiets bis ins Gebiet Fondli zugestimmt. Der erste Strang vom Gebiet Gjuch und Studacker bis ins Fondli ist seit Januar 2017 im Bau. Entlang der Fernwärmeleitung sollen drei zusätzliche Gebiete (Schuelguet, Altberg, Lagerstrasse) und später das Entwicklungsgebiet Niderfeld erschlossen werden.

 

Grundwassernutzung

Die Nutzung von Grundwasserwärme oder -kühlung ist weiterhin im Grundwassergebiet im Talboden und mit entsprechender Genehmigung des AWEL nur für grosse Anlagen möglich.

 

Erdgas

Ins Gasnetz der Stadt Dietikon werden heute 20 % Biogas eingespeist. Das Erdgasgebiet wurde zugunsten des Fernwärmegebiets im Bereich der Fernwärmehauptleitung reduziert und zusätzlich bis zum Standortentscheid der künftigen KVA ein Mischgebiet für KVA-Fernwärme oder Erdgas festgelegt. Die weitere Entwicklung des Erdgasnetzes in Dietikon hängt entscheidend von der Entwicklung des Ausbaus der KVA-Fernwärme ab.

 

Erdwärmesonden/Solarenergie

Erdwärmesonden können wie bisher vor allem in den Hanglagen erstellt werden. Nutzung von Erd– oder Holzwärme sowie von Solarenergie wird weiterhin von der Stadt Dietikon mit Förderbeiträgen unterstützt.

 

Aktuelle Energiebilanz

Werden die angedachten Massnahmen in der Energieplanung umgesetzt, so können die von «Energiestadt» geforderten Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft mehrheitlich erreicht werden. Das zeigt eine neue Energiebilanz, welche in den Teilbereichen Wärme-, Strom- und Treibstoffverbrauch von der Brandes Energie AG für den Zeitraum 2015 bis 2045 erstellt wurde.

 

Wärmeverbrauch

Beim Wärmeverbrauch pro Kopf kann der Zielwert – eine Senkung gegenüber heute um 40 %, nämlich auf 7 MWh pro Jahr und Einwohner/in bis ins Jahr 2045 – voraussichtlich erreicht werden dank grosser energieeffizienter Neubaufläche in den Entwicklungsgebieten und energieeffizienten Gebäudesanierungen im Bestand. Bereits im Jahr 2014 hat Dietikon zur Förderung der Energie-effizienz und erneuerbarer Energieträger energetische Gebäudestandards für Neu- oder Umbau öffentlicher Bauten eingeführt. Schon heute verfügt die Stadt über Minergie-Bauten (Schulhaus Steinmürli Neubauten 2007 und Minergie P-ECO beim Schulhauspavillon 2017), welche zu einer Reduktion des Wärmeverbrauchs und der Treibhausgase führen.

 

Um das Ziel einer Erhöhung beim Anteil der erneuerbaren Energien resp. Abwärmenutzung von heute 10 % auf 75 % bis ins Jahr 2045 zu erreichen, ist der in der revidierten Energieplanung vorgesehene Ausbau des Fernwärmegebiets oder eine Nutzung ökologisch gleichwertiger Energieträger erforderlich.

 

Stromverbrauch

Beim Stromverbrauch pro Kopf werden die Zielwerte – kein Zuwachs bis 2045 – geringfügig überschritten. Dies kann im Wesentlichen auf den erwarteten Zuwachs an Arbeitsplätzen und die Elektrifizierung verschiedener Tätigkeiten zurückgeführt werden.

 

Treibstoffverbrauch

Beim fossilen Treibstoffverbrauch ist es am schwierigsten abzuschätzen, ob der Zielwert, der eine Reduktion von 60 % bis 2045 bedeutet, erreicht werden kann. Dieser Parameter hängt stark von technischen Entwicklungen im Autobau ab und ist von der Stadt nicht beeinflussbar. Bei gleich-bleibender Entwicklung geht man davon aus, dass der Treibstoffverbrauch pro Fahrzeugkilometer bis ins Jahr 2025 um 35 % zurückgeht und bis ins Jahr 2045 sogar um 50 %.

 

Weitere Infos:

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