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Stadt löst Zentrumsvereinigung ab

Stabwechsel bei den Märkten in Dietikon. Die Stadt übernimmt deren Organisation von der Vereinigung Zentrum Dietikon. Damit verbunden sind neue Impulse: Die Stadt will die örtlichen Vereine einbinden, spezielle Events veranstalten, mehr Werbung machen und das Angebot verbreitern.

Neue Köpfe, neue Ideen. Die Stadt übernimmt von der Vereinigung Zentrum Dietikon die Organisation der Märkte. Treibende Kräfte hinter der Neuorganisation sind der neue Stadtpräsident Roger Bachmann und der neue Standortförderer Adrian Ebenberger. Nach über einem Jahrzehnt gleicher Organisation seien neue Impulse notwendig, sagt Letzterer im Gespräch mit dem «Dietiker».

Die Übernahme erfolgt schrittweise: Der Fiirabigmärt am Mittwoch auf dem Rapidplatz, im vergangenen Jahr neu lanciert, wird wegen mangelnden Erfolgs bei den Besuchern und Marktfahrern eingestellt. Es besteht offenkundig keine Nachfrage nach einem wöchentlichen Markt auf dem Rapidplatz in dieser Form, begründet Ebenberger die Massnahme. «Am Abend lassen sich keine Frischprodukte mehr verkaufen.»

Die Frischmärkte am Mittwoch- und Samstagmorgen werden per sofort von der Stadt organisiert. Koordinator vor Ort für die Marktfahrer wird Kurt Bräm, Landwirt in Dietikon und selber Marktfahrer. Der Frühlings-, Herbst- und Weihnachtsmarkt werden in diesen Jahr als Übergangslösung noch von der Vereinigung Zentrum Dietikon organisiert, danach übernimmt ebenfalls die Stadt.

Auch finanzielle Überlegungen
Hintergrund der Neuorganisation der Märkte in Dietikon sind auch finanzielle Überlegungen. Die Stadt überwies der Vereinigung Zentrum Dietikon jedes Jahr für ihre Arbeit einen namhaften Betrag. Die Vereinigung kassierte zudem das Standgeld der Marktfahrer ein. «Für dieses Geld können wir bei der Standortförderung eine Teilzeitstelle schaffen, die auch noch andere Aufgaben übernehmen kann», sagt Ebenberger. «Damit stärken wir die Standortförderung in Dietikon.»

Die Stadt will die Märkte in Dietikon neu beleben. Dies soll in enger Kooperation mit den örtlichen Vereinen geschehen. Sie sollen einerseits die Möglichkeit erhalten, sich mit Darbietungen zu präsentieren. Ebenberger sieht darin eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Die Vereine erhalten eine Plattform, auf der sie Werbung für sich machen können. Zugleich kann die Stadt die Attraktivität der Märkte erhöhen. Andererseits sollen die Vereine marktgerechte Produkte anbieten können, etwa Kaffee und Kuchen, und so ihrer Kasse einen Zustupf bescheren.

Weiter sind einmal pro Monat spezielle Events geplant. Bereits stattgefunden hat eine Eintopfaktion mit Setzlingen. Am kommenden 18. Mai wird vom Stadtrat das Märtkafi betrieben. Am 25. Mai soll eine Hüpfburg für Kinder aufgestellt werden. Überdies vorgesehen sind ein Kinderprogramm des Kinderkrippenvereins, eine Kinderschwinget und ein Auftritt des Jodelclubs, der Trachtengruppe und der Alphornbläser sowie im Herbst eine Spezialanlass «Weine aus der Region».

Mit den Marktfahrern diskutiert
Sodann soll die Werbung für die Märkte verstärkt werden. Geplant sind Plakate in der Stadt, die auf die Märkte und die jeweiligen Aktionen hinweisen. Zudem sollen in der lokalen Presse Inserate geschaltet werden. «Damit wollen wir mehr Besucher anziehen», sagt Ebenberger. «Dies wiederum führt dazu, dass mehr Marktfahrer kommen.» Er hofft, dass diese Wechselwirkung eine positive Spirale auslöst.

Denn auch das will die Stadt: Das Angebot an den Märkten soll verbreitert werden. «Wir wollen nicht mehr vom Gleichen, sondern zusätzliche Angebote», sagt Ebenberger. Bereits jetzt lasse sich das Angebot sehen, meint Bräm: «Es gibt Brot, Käse, Fleisch, Gemüse, Obst und Blumen.» Damit seien die meisten Produkte für den täglichen Bedarf abgedeckt. Am Samstag seien jeweils zwischen 10 und 12 Marktfahrer anwesend, am Mittwoch 7 bis 8.

Die Neuorganisation der Märkte hat die Stadt nicht selbst erfunden. Sie hat sich dazu bei den Marktfahrern umgehört. Anfang Jahr fanden Workshops mit ihnen statt. Dabei wurden Verbesserungsmassnahmen erörtert und diskutiert, was das Grundangebot und was das Zusatzangebot sein soll. Einig wurde man sich gemäss Ebenberger, dass den Marktbesuchern am Samstag sowohl ein Grund- wie ein Zusatzangebot zur Verfügung gestellt werden soll, am Mittwoch mindestens ein Grund­angebot.

 

Text und Fotos: Martin Gollmer