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Die Zehntenscheune wird zum Kronjuwel

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März 2018

Der Stadtrat hat für den Umbau der Zehntenscheune in ein «Haus der Bevölkerung» mit verschiedenen (Veranstaltungs-)Räumen einen öffentlichen Wettbewerb mit Präqualifikation ausgeschrieben. Als Sieger ging das Basler Architekturbüro Buol & Zünd Architekten BSA mit seinem Projekt Kronjuwel hervor. Am 12. März 2018 wurde das Resultat des Wett-bewerbs durch den Stadtrat bestätigt. Nun soll die Planung in Angriff genommen werden.

 

Bereits vor 50 Jahren wurde die Zehntenscheune als Kultur- und Veranstaltungsraum genutzt. Seit einigen Jahren wird erneut über eine kulturelle Nutzung diskutiert, steht doch das Gebäude seit Jahrzehnten grösstenteils leer. Einzig die Erdgeschossräume wurden verschiedentlich zu Lagerzwecken benutzt. Mit dem im Jahr 2016 gefällten Entscheid des Stadtrates, die Entwicklung der historischen Gebäudegruppe rund um die Taverne zur Krone neu auszurichten, ging schliesslich auch die Definition der künftigen Nutzung der Zehntenscheune als öffentlicher Veranstaltungsraum einher. Das am 7. März 2016 durch den Stadtrat verabschiedete Konzept Kulturraum sieht drei Leuchttürme der städtischen Kultur vor. Die Zehntenscheune wird darin zum «Haus der Bevölkerung». Das Gebäude soll Dietiker Vereinen, Parteien und Organisationen wie Seniorenrat, Volkshochschule und auch Privaten für Theater- und Kulturveranstaltungen, Ausstellungen, Hochzeiten und Bankette zur Verfügung stehen. Damit strebt der Stadtrat eine Belebung des historischen Zentrums an.

Basierend auf dem Kulturraumkonzept hat der Stadtrat in der ersten Jahreshälfte 2017 ein Wettbewerbsprogramm durch die Hochbauabteilung ausarbeiten lassen. Im Sommer wurde der Wettbewerb mit Präqualifikation öffentlich ausgeschrieben. Insgesamt haben sich 95 Architekturbüros für das Verfahren beworben. Nach der Präqualifikationsrunde durften acht ausgewählte Teams ihre Projekte einreichen. Die Wettbewerbsjury hat Ende Februar ein Siegerprojekt auserkoren. Dieser Entscheid wurde am 12. März 2018 vom Gesamtstadtrat bestätigt.

 

Siegerprojekt Kronjuwel

Das Siegerprojekt Kronjuwel des Basler Architekturbüro Buol & Zünd Architekten BSA besticht durch die sorgfältige Lösung von Einzelaspekten, ohne dabei den Blick fürs Ganze aus den Augen zu verlieren. Ein äusserst sorgfältiger und dennoch pragmatischer Umgang mit der gestellten Aufgabe und dem wertvollen Denkmalobjekt zeichnet das Projekt aus.

Das charakteristische Tenntor vis-à-vis der Taverne «Zur Krone» wird erhalten und stellt den Hauptzugang zur Scheune dar. Das in den 1970er-Jahren eingefügte Garagentor wird durch ein attraktives neues Bauelement ersetzt, welches gekonnt die Anlieferung von Veranstaltungs-utensilien und Lebensmitteln aufnimmt. Im Eingangsbereich und der zugehörigen Bar wird ein weiterer Zeitzeuge, eine alte Holzbohlenwand, inszeniert. Der freigelegte zweite Tennbogen lässt den Blick in den ehemaligen Wirtschaftshof hinter dem Gebäude schweifen. Der grosse Saal im Obergeschoss, das Kernelement der Zehntenscheune, wird vom mächtigen und historisch wertvollen Dachstuhl überspannt. Der Raum erhält mit einer neuen, bogenförmigen Holzwand eine sensibel eingefügte Gliederung zwischen Saal und Erschliessung. Von der Fluchttreppe aus dem Saal abgesehen, kommt das Projekt ohne Anbau aus. Der früher wirtschaftlich genutzte Aussenraum hinter dem Haus wird neu als Veranstaltungsraum mit Spielgeräten, Bauerngarten und Feuerstelle uminterpretiert.

Das Siegerprojekt liegt mit den durch den externen Kostenplaner näherungsweise ermittelten Baukosten im Mittelfeld der eingereichten Projektvorschläge. Sein Name «Kronjuwel» ist dahingehend zu interpretieren, dass mit dem Entwurf des Siegerbüros ein altehrwürdiges Juwel inmitten des historischen Zentrums zu neuem Leben erweckt wird.

 

Weitere Planung

Das Siegerteam erarbeitet bis im Herbst 2018 ein bereinigtes und in einzelnen Punkten (betrieblich) optimiertes Vorprojekt, inklusive Kostenschätzung. Dieses soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 zur Volksabstimmung gelangen. Wenn das Projekt angenommen wird, kann das «Haus der Bevölkerung» im Jahr 2023 eröffnet werden.

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